Aus der Ortsgeschichte

Aus der Ortsgeschichte von Simmersbach

So manches Wissenswerte über den Ort selbst und das Dasein unserer Vorfahren wurde uns besonders durch den bekannten Heimafforscher, Hauptlehrer i. R. Alfred Schwarz, Eiershausen, bereits vermittelt, Erinnerungen dieser Zeit sollen dazu beitragen, die Lebensgeschichte des Dorfes besser zu verstehen und altes Kulturgut zu erhalten.

Der Name Simmersbach tauchte erstmals 1323 in den Archiven auf . In der ältesten Urkunde hat der Knappe Heydenreich von Dernbach die Gertrud , genannt Suse von Simmersbach , mit ihrem Manne Gerlach aus der Hörigkeit entlassen , so daß sie sich einen anderen Herren dienbar machen konnte . Der Name simmersbach erscheint in einer weiteren Urkunde aus dem Jahre 1339 , worin durch denGrafen Heinrich von Nassau den Brüdern Arnold und Widerhold von Hohenfels under anderem auch die Zente von Simmersbach zu Lehen gegeben wird . In einem Verzeichnis von Gerichtsleuten und Hörigen des Grafen von Nassau Dillenburg aus dem Jahre 1363 werden auch Simmersbacher (Schreibweise damals Symmersbach ) aufgeführt , die zu Walldenfels (Tringenstein) gehören .

Simmersbach war damals ein geteiltes Dorf , geteilt zwischen Breidenbach (Hessen) , und Wallenfels (Nassau) . Die Grenzziehung ist in den vorgefundenen Urkunden zwischen beiden Gerichten bez . Ländern , genau festgehalten . Sie verlief fortan auf dem Berg genannt der Staffelböll gerade den Berg herunter nach dem Dorfe Simmersbach zu , durch Ludwig Hen Arnolds Haus in den Born , der im Dorfe steht , forther den Berg hinauf auf den Kirnbach nach den (?) bis auf den Rotlaub auf Zenglers Kreutz .Man kann sich angesichts heutiger Grenzziehungen durch Länder und Orte sicher vorstellen , daß auch die damaligen Grenzen zu Reibereien geführt haben werden . In der Chronik wird vermeldet, daß nach harten Auseinandersetzungen die Herren von Dernbach diesseits der Grenze belegenen Rechte und Besitzngen an den Grafen von Nassau Dillenburg abtreten mußten . Die Teilung des Dorfes hat um 1530 ein Ende gefunden , als die von Breidenbach unter dem Schutze Hessens den nassauischen Teil des Ortes an sich zogen .

Die Kirche

Die Kirchenbücher beginnen unter Pfarrer Christoph Clemens im Jahre 1627. Was vorher geschrieben wurde ging durch Brand verloren. Nach einer Visitation wurde 1628 das Dorf Roth der “armen Pfarrei Simmersbach” zugeteilt. Johann Christoph Clemens hielt dort am 17.12.1630 seine Antrittspredigt. Roth pfarrte vorher nach Oberhörlen.

Bei der Kirche

1626 starben in Simmersbach an der Pest u.a. der Pfarrer Nikolaus Clemens, seine Ehefrau und sein 2jähriges Söhnchen.
Johannes Christoph (sein Sohn) wurde sein Nachfolger. Am 2.4.1667 brannhte das Pfarrhaus, von einer Bergmannsfrau angesteckt, von oben her ab. Im selben Jahr baute Pfarrer Clemens ein eigenes Haus, das noch vorhandene Pännerschmannshaus (Pfarrmannshaus). Pfarrer Johann Christoph Clemens kehrte von einem Gang am 16.11.1671 nach Eibelshausen nicht zurück. Tags darauf wurde er tot gefiúnden. In der Dunkelheit war er von dem damals schlechten Fahrweg zwischen Eibelshausen und Simmersbach abgekommen und in der sumpfigen Struth umgekommen. “Herr Christoph Clemens, gewesener Pfarrer von Simmersbach, ist den 21. November anno 1671 zu Simmersbach zu Erden bestattet worden 16. dessen (d.h. dieses Monats) etwas zu regveiern (?) gen Eibelshausen, wird den 17. sub dio zwischen Eibelshausen und Simmersbach tot gefunden aetatis juae 65 annturm aetatis (d.h. seines Alters).
Im 16. JH. als Pfarrei bestehend (ohne Beidörfer). 1628 bis 1. H. 18. JH und seit 1954: Fil. Roth eingepfarrt (Ortslexikon des Landes Hessen).

Die Schule

Die Einführung der Dorfschulen ging nach der Durchführung der Reformation von der Kirche aus. Die Synode von Hamberg 1526 forderte bereits die Einführung von Knaben- und Mädchenschulen (auf die Schilderung der Zustände kann an dieser Stelle nicht eingegangen werden). Auch die Schulreform 16668/69 brachte keine wesentlichen Fortschritte. Die Armut des Hinterlandes, aucg daß viele Eltern ihre Kinder statt der Mägde undKnechte brauchten, ließen kein rechtes Leben in den Schulbetrieb kommen.


Viele Dörfer, u.a. auch die des Breidenbacher Grundes, hatten zu dieser Zeit noch keinen eigenen Lehrer und unterrichteten nur winters. Bis 1703 lag in Simmersbach für den Lehrer noch keine Bestallung vor (Kirchenchronik Simmersbach). Es war in dieser Zeit zwischen ihm und dem Opfermann zu Zwiespalten bei Hochzeiten, beim Läuten und bei Kindtaufen gekommen. Bisher bekam der Lehrer nur Essen rihum im Dorf und von jedem Kind vom 8. bis 13. Lebensjahr für den Sommer- und Winterschule 20 Albus. 1703 wurde ihm weiter zugestanden: Je Haus 1/2 Meste Korn, 1/2 Meste Hafer, 1 Laib Brot für eine Taufe, 2 Laib Brot für eine Konfirmation und vom Singen und Läuten 1 Tag beim Hochzeitsmahl, “wie andere Gäste traktiert und gehalten…”. Außerdem bekam er aus Zinsen 5 Florin 30 Albus. “Dieses soll bis auf ewige Zeiten gehalten werden.” – Einen Namen machte sich der 1805 in Simmersbach amtierende Pfarrer Soldan als Verfasser eines “ausgezeichneten Handbuches für Lehrer”.

Der Staffelböll

Zweifellos ist der Staffelböll anders als seine Nachbarn und das mag wohl der Hauptgrund dafür sein, daß er den Wanderer besonders reizt. Die Kuppe des Berges ist nur mäßig bestanden von einzelnen Wettertannen und Lärchen, die über die Wacholderbüsche trotzig hinweg ragen. Hier und da reckt ein vom Wetterstrahl getroffener Stamm seine altersgrauen Arme zum Firmament. Der in verhältnismäßig großem Umkreis flache Gipfel – übrigens ein trigonometrischer Punkt – heißt im Volksmund das “Kälbertänzchen” und die Leute sagen, daß unsere Altvorderen hier der Gottheit geopfert hätten. Am Hang nach Simmersbach zu hat eine Stelle den Namen “der heimliche Strauch”. Dort soll in den Wirren des 30jährigen Krieges eine Zufluchtstätte für das Weibervolk und den Siechen des Dorfes vor durchziehendem Kriegsvolk gewesen sein.
Zwischen Kälbertänzchen und Philippsbuche heißt ein Platz die “Goldkaute” und es sind an dieser Stelle noch Schürfstellen sichtbar.

Die Philippsbuche

An der Westgrenze des ehemaligen Landkreises Biedenkopf am Staffelböll, nicht weit von der Abzweigung der nasauischen Strecke Siegen-Dillenburg von dem Weg nach Marburg, der sich noch heute als Feldweg durch die Simmersbacher Gemarkung nach Oberhörlen hinzieht, da wo sich der Wanderer, der von Westen herkommt, zuerst ein Blick ins Hessenland auftut, stand eine über 400 Jahre alte Buche.
Treue Untertanen Philipps des Großmütigen pflanzten einen Baum an der Stelle, an dem am 10 Sept. 1552 ihr Landgraf nach fünfjähriger Gefangenschaft wieder als freier Mann hessischen Boden betrat.

Die Buche und der Gedenkstein, die hier standen, waren allmählich dem Zahn der Zeit zum Opfer gefallen. An ihrer Stelle wurde anläßlich der 400-Jahr_Feier zum Gedenken an die Heimkehr des Landgrafen ein Sämling der alten Buche frisch gepflanzt und die Gedenkstätte neu gestaltet.
In den harten Kämpfen Karls V. mit den protestantischen deutschen Fürsten war im Schmalkaldischen Krieg der Sache der Reformation ein schwerer Schlag versetzt worden. Durch den Verrat des Moritz von Sachsen war Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen in die Hand des Kaisers gefallen. Die alte Lutherstatt Wittenberg trug eine kaiserliche Besatzung. Landgraf Philipp von Hessen fühlte sich und sein Land bedroht und unterwarf sich deshalb dem Kaiser auf der Moritzburg zu Halle. Bei dem nachfolgenden Abendessen im Quartier des Herzogs von Alba wurde er gefangen genommen. Der Kaiser schleppte ihn zuerst mit sich auf seinen Wegen in Süddeutschland und am Rhein und ließ ihn dann in den NIederlanden, in Qudenarde und Mechelen einkerkern. Von seinem Gefängnis aus gab Philipp seinen Söhnen und Beamten Ratschläge und Anweisungen zur Landesregierung, immer voll wacher Sorge um Hessen.
An den Versuchen, ihn zu befreien und seinem Land wieder zuzuführen, war auch ein Biedenkopfer Bürger beteiligt, Kurt Breidenstein. Er hielt sich als Kaufmann in den Niederlanden auf und bereitete gemeinsam mit seinem Landsmann. dem Zeugmeister Rommel aus Kassel, die Flucht des Landgrafen vor. Alles war aufs Beste in die Wege geleitet; die Pferde standen von Mecheln bis zur hessischen Grenze bereit; der Landgraf sollte durch ein Pförtchen seines Gefängnisses, die Bloeport, entweichen; da wurde der Plan eine halbe Stunde vor der Flucht dem wachhabenden Hauptmann gemeldet. Ein Diener des Fürsten hatte einer Person aus Mscheln gegenüber nicht dn Mund halten können. Die Verschworerer wurden schwer bestraft, die eingeweihten Dienstboten sofort erstochen oder später gehenkt. Kurt Breidenstein gelang es zu fliehen. Die Haft des Landgrafen wurde verschärft; er durfte keine Briefe mehr absenden; er kam in einen Kerker von nur 3 1/2 m Länge; die Fenster wurden acht Monate lang vernagelt.
Da wandte sich das Kriegsglück. Karl V., von den evangelischen Fürsten zu Innsbruck in die Enge getrieben, mußte im Passauer Vertrag Frieden schließen und Philipp frei lassen. Graf Wilhelm der Reiche von Nassau eilte ihm von Dillenburg nach Siegen entgegen, beherbergte ihn die letzte Nacht vor der Heimkehr dort auf seiner Burg und brachte ihn dann nach Ewersbach. Mit einem Ehrengeleit von 300 spanischen Reitern näherte Philipp sich der Grenze seines Landes. Auf der Höhe des Staffelböll erwarteten ihn seine Söhne, sein getreuen Räte und die Bazúern der umliegenden Dörfer und bereiteten ihm einen bewegten Empfang.
Der 47jährige Fürst war in Sorge und Leid der Gefangenschaft gealtert und ergraut. An der Stelle, wo er vom Pferde sprang, um die Seinen zu grüßen, wo sein Fuß hessischen Boden betrat, steht heute die Philippsbuche. Die Simmersbacher pflanzten sie wenige Jahre nach dem Empfang. Der Platz unter der Buche ist jetzt würdig gestaltet. Eine Gedenkplatte erinnert an den das Volk tief ergreifenden Tag. Auf dem schlichten Steinrund, das den Platz umschließt, steht der Spruch den Philipp über seine Verteidigungsschrift an den Kaiser setzte: ” Des Herrn Wort bleibt in Ewigkeit”.
Der Landgraf erwies sich seinen getreuen Hessen gegenüber dankbar. Kurt Breidenstein wurde am 27.5.1557 mit dem Hof Roßbach belehnt. Er erhielt außerdem die Erlaubnis, tausend in Hessen gekaufte Kleider zollfrei auszuführen. Später wirkte der fähige Mann als Amtmann in Battenberg undGießen. Die Fürsorge für die Landeskinder spricht aus Philipps Wort:”Die Unterwürfigen schonen, die Staolzen bekriegen”. Die Hinterländer waren zum gro0en Teil seine Leibeigenen. In der harten Zeit der Bauernkriege 1525 hat sich in Hessen kein Bauer gegen den Landgrafen erhoben; nur die Städter wurden unruhig. Landgraf und Volk fühlten sich zusammengehörig.

Die sieben Kreuze von Simmersbach

 

Unauffällig, oft in Siedlungen versteckt, im Feld begraben oder im Walde verwuchert, wahrt das Hinterland eine Reihe von Denkmälern, die von seiner Vergangenheit erzählen. Ein solches merkwürdiges Denkmal liegt bei Simmersbach, nicht weit vom Schützenhaus, da wo der Weg nach Oberhörlen in den Wald einbiegt und die Gemarkungen beider Orte sich berühren. Der alte Höhenweg von Siegen noch Marburg führt als Feldweg durchs Gelände. Das Streitwasser fließt vorüber. Links von der Straße, an der Lay, hinter dem Schützenhaus befindet sich ein Steinbruch. Oberhalb desselben sind auf einem Schieferfelsen im Walde Kreuze eingeritzt. Der Fels steht genau auf der Gemarkungsgrenze; die Kreuze zeigen nach Oberhörlen hin. Sie werden noch heute von den Bewohnern des Dorfes mit abergläubischer Scheu betrachtet.

Vielleicht sind es Grenzmale, vielleicht auch Sühnekreuze. Die Sage berichtet, vor vielen hundert Jahren sei ein Salzmann die Höhenstraße gezogen, begleitet von einem Esel, der die kostbare Salzlast trug. An der Lay überfielen ihn sieben Räuber, die ihn beraubten und halbtot schlugen. Zur Mahnung an diese Freveltat seien die sieben Kreuze eingemeißelt worden.

Zenglers Kreuz und Weigelsborn

Auf dem alten , von Nassau und von Hessen vorgenommenen Grenzzug spiete das Zenglers Kreuz oben auf der Höhe des Hornbergs bei Simmersbach von 1530 bis1668 , bis zur endgültigen Grenzregelung , eine wichtige Rolle . Hier war die Stelle , wo sich die Wege schneiden , das heißt :wo die Hessen ihren Grenzgang , vom Schelder Wald kommend , in Richtung Eibelshausen , Dietzhölze und Manderbach fortsetzten , währen die nassauischen Untertanen den Landzug mitten durch den Weiglsborn in Simmersbach und weiter über den Staffelböll , das Mausköpfchen unter dem Hessenwald her duchführten, erstam Dreibeinigen Stuhl über Achenbach , an der gemeinsamen Grenze mit Wittgenstein , trafen die beiden Grenzanspruchlinien wieder zusammen . Noch heute ist das Zenklers Kreuz als Flurname in Simmersbach gebräuchlich . Auch die Lage des Weigelsborns kennt man noch , oberhalb der Kirche und des früheren Friedhofs trifft ein Seitenweg auf die Hauptstraße , an dessen Einmündung dieser Brunnen stand (gegenüber dem Backhaus , auf dem heutigem Hof von Döngeschäfers). Vor kurzer Zeit erst ist er den Straßenbaumaßnahmen zum Opfer gefallen .

Döngeschefasch

Eine Urkunde im Hauptstaatsarchiv Wiesbaden aus dem Jahr 1439 gibt uns Aufschlüsse über die Entstehung beider Flur- bzw. Ortsbezeichungen , die von Simmersbacher Personennamen abgeleitet worden sind . Graf Johann von Nassau schlichtete einen Erbstreit über Grundstücke innerhalb des nassauischen Teils dieses Dorfes , aus dem die näheren Umstände hervorgehen .

 

Graf Johann von Nassau und zu Vianden gibt bekannt , daß sie langer Zeit Zwietracht geherrscht hat zwischen Hermann Zwingkeler oder Zinkeler von Simmersbach einerseits und des alten Hamels Kindern auf der anderen Seite . Beide Parteien sind deswegen vor Gericht gewesen , doch mit dem Urteilsspruch des Lixfelder Gerichts unter dem Vorsitz des Ritters Hermann Riedesel sind sie nicht einverstanden gewesen . Darum haben sie sich nun an den Grafen von Nassau gewand , und zwar Hermann Zingkeler mit einer Vollmacht auch für seine Miterben sowie die Hamels Kinder mit ihren Erben , von denen jedoch Thielmanns Henne wegen seines kranken Weibes nicht in Dillenburg erscheinen konnte , auch Weigels Hennes Bruder war „ von Sterbens halber , so jetztunder leider auf Erden ist “ ( Pest ) und aus anderen Ursachen nicht persönlich anwesend . Beide Parteien geben den festen Willen zu erkennen , den Zank ein Ende zu machen . Sie brachten deshalb Freunde mit , die als Ratleute oder Schlichter tätig werden sollten . Ratleute Hermann Zingkelers waren Weigand von Eiershausen und Contze von Hörlen , und Hamels Kinder hatten des Arnold Rode von Hirzenhein sowie Ludwig Junker von Hörlen als Ratleute bei sich . Diese vier Ratleute machten untereinander aus , daß beide Parteien an die von ihnen zu beschließende Schlichtung gebunden sein sollten und sie setzten eine Strafe von 30 Mark Herborner Währung aus , die jeder bezahlen sollte , der den Vertrag nicht einhalten würde . Von einem eventuellen Bußgeld sollten dem Grafen von Nassau 20 Mark zustehen , die restlichen 10 Mark waren unter den Ratleuten aufzuteilen .

Nun legten die Parteien alle ihre Unterlagen , Urkunden und sonstigen Beweismittel vor , die sich in ihren Händen befanden sowie die bisher ergangenen Gerichtsurteile . Die Ratleute erklärten alle Urteile als ungültig (für machtlos und tot ) , so daß sich zukünftig keine Partei mehr auf einen früheren Spruch berufen dürfe . Danach einigten sie sich auf folgende Schlichtung : Alle Güter und Erbstücke des „ alten Artze “ von Simmersbach , des Großvaters von Hamels Kinder , hat bisher sein Sohn Hermann Hamel zur Hälfte besessen und gebrauch . Diese Hälfte soll ausnahmslos auf Hermann Zingkler übertragen , so wie das Gut gelegen oder benannt ist , es sei Eigengut oder Lehengut , Haus , Hof , Äcker , Wiesen , Holz , Feld , Wald oder Weide . zingkeler hat danach diese Hälfte mit seinen Miterben gleichmäßig aufzuteilen , und die Übergabe soll bis zum Tag von Petri Stuhlfeier geschehen sein . Bei dieser Erbteilung erhielt Zingkeler die Beholzung auf dem Hornberg , die man seit dem „ Zinklers Kreutz“ nennt . Wenn jemand Äcker gemistet oder Besserung darauf gebracht hat , soll man ihn in landesüblicher Weise entschädigen . Und weil Hermann Zingkeler wegen des Prozesses zu Unrecht viel Schaden gehabt hat , sollen ihm die Hamels Kinder bis zum Walpurgistag als Ausgleich 5 Gulden bezahlen , damit soll er zufrieden sein und keine weiteren Forderungen erheben . Über den Empfang der fünf Gulden hat er eine Quittung auszustellen , in welcher zu bestätigen ist , daß er auf darüber hinaus gehende Ansprüche verzichtet . Die Urkunde wird unterschrieben und den Parteien und den Ratleuten sowie den anwesenden Zeugen vorgelegt . Am Mittwoch , den Tag „unserer lieben Frauen“ des Jahres 1439 , läßt Graf Johann von Nassau den Vertrag mitseinem Siegel versehen . NUR KURZE Zeit später , im Jahre 1444 , wird der in dieser Erbangelegenheit mit genannte Henne Weigel von Simmersbach anläßlich eines Grenzganges über die Jagd- und Fischereirechte befragt . Er sagte aus: im Wasser , die Simmersbach genannt , gehöre die Fischerei den Grafen von Nassau von der Rommelsmühle an der Dietzhölze bei Eibelshausen dis herauf , „in seinen Born , wo die Linde gestanden habe“. W.R.

Das Streitwasser

Das Streitwasser fließt von der Höhe aus einmal nach Oberdieten und einmal nach Simmersbach . Da die Simmersbacher Bauern , sowie der Müller aus Oberdieten auf das Wasser angewiesen waren , wurde dieses nachts oft von der einen oder der anderen Partei umgeleitet , was zu heftigen Auseinandersetzungen führte . Die Straße auf der Höhe heißt heute noch „das Streitwasser“.

Quellen:
A. Schwarz, Eiershausen
Hinterland Heimatbuch
Hintelãnder Geschichtsbücher
von Lehrer Schwarz aus Eiershausen im Juni 1987

Aus der Ortsgeschichte auf Facebook teilen
Aus der Ortsgeschichte auf Twitter teilen
Aus der Ortsgeschichte auf Google Plus teilen