Lebenshilfe rettet nasse Radler

SPONSORENTOUR  Torsten Reh und Jochen Hardt fahren 1607 Kilometer für ihre Projekte

 82 Stunden und 48 Minuten im Sattel, 1607 gefahrene Kilometer, die Überwindung von 13 030 Höhenmetern bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 19,6 Stundenkilometern – das ist die beachtliche Bilanz, auf die die beiden Simmersbacher nach ihrem dreiwöchigen Abenteuer verweisen können. Bei ihrer Tour haben sie über 27 000 Euro an Sponsorengelder für ihre vier Hilfsprojekte eingefahren: The smile of a child, Open Doors, World Vision und den evangelischen Gemeinschaftsverein Simmersbach.

Am 25. August in Simmersbach losgefahren, kamen die beiden Radler am 13. September um 17.15 Uhr an der Stadtgrenze Thessalonikis an.

Bis dahin war es ein langer und harter Weg. „Wir hatten auf der ganzen Strecke nicht eine Panne“, berichtet Reh. Das Wetter über die Alpen sei aber eine Katastrophe gewesen. Drei Tage Regen am Stück und niedrige Temperaturen hätten sie an den Rand des Abbruchs gebracht. Auf 1700 Meter Höhe habe es geschneit. „Meine Hände waren so steif, ich konnte kaum noch schalten“, erinnert sich Reh an die Strapazen.

Gefreut hat die beiden Sportler dann das Zusammentreffen mit einer Reisegruppe der Lebenshilfe Dillenburg im Antholzer Tal. „Die haben uns, als wir völlig durgefroren waren, die letzten 40 Kilometer einer Tagesetappe im Bus mitgenommen“, berichtet Reh.

Angesichts der zahlreichen positiven menschlichen Begegnungen war der schlimme Teil der Fahrt schnell vergessen. Überall auf dem Weg haben die Beiden nette Menschen getroffen, die sie bewirtet und ihnen für eine Nacht ein Dach über dem Kopf gegeben haben. Lediglich für zwei Übernachtungen mussten sie zahlen. Auf den Straßen in Griechenland ging es erstaunlich gut voran. Für Schreckmomente hätten nur verwilderte Hunde gesorgt, die die Radler attackiert hätten. Unvergesslich dann die Einfahrt in Thessaloniki. „Zur vereinbarten Zeit war kein Mensch zu sehen“, erzählt Reh. „Wir glaubten schon, die hätten uns vergessen.“ Das war aber nicht der Fall. Rund 40 Fahrer eines Radclubs holten die Simmersbacher an der Stadtgrenze ab. In einem Corso ging es dann auf das Messegelände in Thessaloniki. Dort war die Hilfsorganisation The smile of a Child mit einem Stand vertreten.

Auf dem Messegelände die nächste große Überraschung: Dort wurden Reh und Hardt von ihren Familien, Freunden und Bekannten begrüßt. „Davon hatten wir nichts gewusst.“

„Gemeinsam sind wir dann ins Messegelände einmarschiert. Das war ein bisschen wie bei Olympia“, schwärmt Reh. Auf der Messe seien sie vom deutschen Generalkonsul Walter Stecher, selbst ein begeisterter Radfahrer, und dem Messedirektor willkommen geheißen worden . „Das war alles sehr bewegend. Da haben wir schon das eine oder andere Tränchen verdrückt.“

Nach der Überquerung der Alpen bei Sauwetter ging es in Griechenland zügig voran

Auch das Interesse der griechischen Medien an ihrer Aktion sei groß gewesen, „Wir mussten zahlreiche Interviews für Zeitungen und das griechische Fernsehen geben.“

Wieder zurück in der Heimat stellt sich für Hardt und Reh natürlich die Frage, wie es mit ihrem Engagement weitergeht. Mittlerweile haben sie den Verein „Hope for am smile e.V.“ gegründet. Dieser soll weiter bestehen bleiben, um gemeinnützige Zwecke zu unterstützen. Klar denken die Beiden auch an eine weitere Fahrt. Bis dahin dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen.

„So etwas kann man nicht jedes Jahr machen“, sagt Reh. So eine Route müsse gut vorbereitet werden und vor allem müsse man auch die Zeit dafür haben. Nicht nur für die eigentliche Tour, sonder auch für das vorbereitende Training.

Info: Hope for a smile

Torsten Reh und Jochen Hardt unterstützen vier Institutionen:
„The Smile of a Child“ ist eine gemeinnützige Organisation in Griechenland und weltweit. Sie kämpft für Kinderrechte, betreibt Waisenhäuser und unterstützt krebskranke Kinder.
„World Vision“ ist ein christliches Kinderhilfswerk, das 1950 gegründet wurde. Arbeitsschwerpunkte sind Kinderpatenschaften, Katastrophenhilfe, Forschung und Innovationen im Kampf gegen die Armut und Lobbyarbeit, um armen Menschen eine Stimme zu geben.
„Open Doors“ unterstützt verfolgte und benachteiligte Christen. Mit ihren Projekten wollen sie bedrängte Christen darin unterstützen und ermutigen, trotz Verfolgung ihr Christsein zu leben, ihre Gemeinden zu stärken und auch in einer feindlich gesinnten Umwelt das Evangelium zu verkünden.
CVJM und Evangelischer Gemeinschaftsverband Simmersbach sind gemeinsam mit der evangelischen Kirchengemeinde und der FeG in Simmersbach unterwegs, um Menschen aller Generationen für Jesus zu begeistern. Spenden werden benötigt, um den Jugendraum nach einem größeren Wasserschaden neu zu gestalten. (hk)DZ

 

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