75 Jahre Vogelschutzverein

75 Jahre Vogelschutzverein

Der älteste Vogelschützer-Verein des Kreises wurde im Jahre 1924 gegründet und feierte 1999 sein 75-jähriges Jubiläum mit einem Festabend, einer Ausstellung und Musik in der Mitte des Dorfes. Mit einem Zitat des Heidedichters Hermann Löns „Lass deine Augen offen sein, geschlossen deinen Mund, und wandle still, so werden dir geheime Dinge kund“ – hatte sich Ortsoberhaupt Walter Jank Literarisch auf seine Laudatio vorbereitet und so brachte am Samstag seine Gedanken zum Aufgabengebiet des 75 Jahre alten Simmersbacher Natur- und Vogelschutzvereins auf den Punkt. Als Schirmherr der Jubiläums-Veranstaltung des ältesten Nabu-Vereins im Kreis lobte er besonders den seit 26 Jahren an der Spitze stehenden Manfred Klein und bedauerte, dass dieser trotz einer Inflation von Ehrungen noch nicht den Landesehrenbrief erhalten habe. Aber er erwähnte auch die anderen Idealisten des Vereins, die unermüdlich helfen, das ökologische System zu stützen und übermittelte den Dank der Gemeinde-Gremien. Zur Gratulation war eine Bürgermeister-Troika erschienen, denn neben Jank traten Ehrenbürgermeister Otto Schlemper und Simmersbachs Altbürgermeister Heinrich Geil ans Mikrofon, um ihre Glückwünsche zu überbringen. Beide hoben hervor, dass Naturschutz aus der Heimatliebe hervorgehe und dass zahlreiche Vogelhäuschen, die Biotope und die Wacholder Heide Zeichen einer 5-Jährlgen Fleißarbeit seien.

Der Bekannt- und Beliebtheitsgrad des Jubiläumsvereins war auch daran zu erkennen, dass nicht nur die Ortsvereine gratulierten, sondern auch Nabu-Delegationen aus Eibelshausen, Wissenbach, Roth, Eiershausen und Manderbach Geschenke überreichten, die vorwiegend zur Förderung der Jugendarbeit gedacht waren.

Karl Heinz Tritschler vom Kreisverband würdigte Manfred Klein, der seit 15 Jahren auch in dessen Vorstand mitarbeitet: „Er ist mir zum Freund geworden, und er zählt zu den Menschen, die vieles tun und dabei wenig reden.” Dass viele Vogelarten der toten Liste in Simmersbach noch anzutreffen seien, verdanke man den Bemühungen des Vereins um die Pflege der Landschaft.

Für das Jubiläumsfest wurde der Ortskern gesperrt, denn Gäste und Dorfbewohner feierten nach dem Kommers im Festzelt vor dem Dorfgemeinschaftshaus weiter und ließen sich von den „Rother Dorfmusikanten“ in Stimmung versetzen. Auch am Sonntagmittag spielte das Ensemble wieder fleißig auf. Nach dem Kirchgang hatten bereits der CVJM-Posaunenchor mit einem vielseitigen Repertoire den Vogelschützern ihre Referenz erwiesen.

Die Historie des Vereins war am Wochenende im DGH zu sehen, wo eine mit viel Liebe und Sorgfalt zusammengestellte Präsentation unter anderem Einblicke in die Orchideenwelt vermittelte und auch heimische Schmetterlinge und Pflanzen vorstellte. Karl-Heinz Heupel schilderte mit einer Fotowand die Dorfentwicklung zwischen 1900 und heute, alle Jahresberichtshefte des Vogelschutzbundes ab 1930 waren zusammengetragen worden, eine andere Abteilung befasste sich mit den Ameisenarten.

Baumscheiben verdeutlichten deren Wachstum: Die Besucher konnten über 100 Jahresringe bei Lärchen, Wildkirschen oder Eichen bewundern. Nebenan fanden Eulen-Präparate starkes – „Auge in Auge“ zu sehen waren auch Steinkauz, Waldkauz oder Schleiereule nebst den Früchten ihres Revieres zu betrachten.

Zum Jubiläum hatten die Simmersbacher Vogelschützer um den Vorsitzenden Manfred Klein im Dorfgemeinschaftshaus auch ein Biotop, „mitten in der Natur”, aufgebaut.

Quelle: Zeitungsgruppe Lahn-Dill August 1999 (hr/s)

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