Toten wieder ihre Namen geben

SPENDENAKTION  Gemeinde Eschenburg will gestohlene Gedenktafeln ersetzen

Dreiste Diebe haben Anfang August auf den Friedhöfen in Eibelshausen und Simmersbach 12 Bronzetafeln mit den Namen der Gefallenen beider Weltkriege gestohlen, aber die Toten sollen nicht namenlos bleiben.

„Fast in jeder Familie gab es Opfer zu beklagen. Die Erinnerung an diese Menschen wollen wir wachhalten“, sagt Bürgermeister Götz Konrad. Gerade jetzt, in einer Welt, die nicht eben friedlicher geworden sei. Schließlich waren die Gedenkstätten Orte der Erinnerung und Mahnung zugleich.

„Sorgt Ihr, die ihr noch im Leben steht, dass Frieden bleibt“, stand auf einer der Tafeln, deren materieller Wert von rund 15 000 Euro in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Verlust steht. „Hier ist nicht nur einfach Bronze gestohlen worden, hier wurde das Andenken von Menschen zerstört“, sagt der Rathauschef.

Die Gemeinde plant nun, die Gedenkstätten neu zu gestalten. Platten in Bronze kosten laut Konrad rund 38 000 Euro. Deshalb würden derzeit Alternativen in Stein geprüft. Aber auch die sind nicht zum Nulltarif zu haben, und die Gemeinde Eschenburg ist bekanntlich finanziell nicht auf Rosen gebettet. Dem Volkstrauertag am 19. November kommt deshalb eine besondere Bedeutung zu. Die Feierlichkeiten sollten gleichzeitig der Start für eine Spendenaktion zur Neugestaltung der Gedenkstätten sein, kündigt der Rathauschef an.

„Uns ist es wichtig, dass die Namen der Kriegsopfer wieder in die Ortsteile kommen“, betont der Rathaus-Chef. „Aus meinen bisherigen zwölf Jahren Volkstrauertag, bei denen ich auch manchmal mit dem Ortsvorsteher oder dem VdK-Vorsitzenden alleine auf dem Friedhof stand, weiß ich, wie wichtig die Namen auf den Denkmälern sind. Wir können sehen, dass in den beiden Weltkriegen oder bei der Vertreibung aus der ursprünglichen Heimat Menschen ihr Leben verloren, deren Familien heute noch mitten unter uns wohnen. Diese Verluste haben Lücken im Leben gerissen, an die wir heute noch erinnern sollen“, so Konrad.

Zentrale Gedenkfeier der Gemeinde zum Volkstrauertag findet in Roth statt
Wegen der gestohlenen Gedenktafeln findet die zentrale Gedenkfeier der Gemeinde in diesem Jahr ab 14 Uhr „aufm Roth“ statt. In allen anderen Ortsteilen sollen Kränze niedergelegt werden. Neben Bürgermeister Götz Konrad gestalten der stellvertretende Dekan Gerhard Failing und der Männergesangverein „Harmonie“ Roth die Gedenkveranstaltung mit. (hk/DZ)

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